Über fünf Millionen Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer Depression, jeder fünfte fällt einmal im Leben in das finstere Tal. Für Betroffene gibt es jedoch Hilfe – raus aus der Depression.

„Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ heißt ein neuer Dokumentarfilm, der mit Unterstützung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe aufklären und Verständnis fördern will. Der Titel ist treffend: „Depression ist eine schwere, aber gut behandelbare Erkrankung“, sagt Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe in einem Interview anlässlich der Messe Corporate Health Convention 2016: „Menschen kommen zu uns in die Klinik, sind verzweifelt und wenn sie herausgehen, geht es ihnen in der Regel deutlich besser.“

Depression ist eine Erkrankung wie andere auch. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation wird es bis 2020 weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Sie kann jeden treffen. Noch erkranken Frauen häufiger als Männer. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen die Störungen zu. Selten gibt es eine einzige Ursache. Eine Veranlagung trifft auf einen Auslöser, scheinbar geringe Anlässe – ein Umbruch im Leben, eine Belastung, eine körperliche Erkrankung – genügen, um in das „schwarze Loch“ abzugleiten.

Entscheidend ist es, eine Depression frühzeitig zu erkennen und als Krankheit anzunehmen, die heilbar ist. Die Symptome lassen sich meist gut von den vorübergehenden Verstimmungen, die zum Leben dazu gehören oder einem „Winterblues“ abgrenzen. Bei einer Depression gehen häufig vielfältige körperliche Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Appetitstörungen, Ermüdung oder Rückenschmerzen Hand in Hand mit negativen Denkmustern, gedrückter Stimmung und reduziertem Antrieb. Die Beschwerden halten mindestens zwei Wochen an. Eine endgültige Diagnose kann jedoch nur von einem Experten getroffen werden. Auch körperliche Ursachen für die Beschwerden müssen ausgeschlossen werden.

Depressionen sind behandelbar

Mit modernen Behandlungsmethoden lassen sich depressive Episoden oft rasch lindern, die Lebensqualität verbessert sich dabei zügig. Nach der Akutbehandlung steht die Erhaltungstherapie als Schutz vor einem Rückfall im Vordergrund. Die Säulen der Therapie sind Antidepressiva (die im Gegensatz zu vielen Vorurteilen nicht zu einer Abhängigkeit führen) und Psychotherapie. Das Einbeziehen des Partners und von Angehörigen spielt dabei eine große Rolle. Bei den meisten Erkrankten kann die Depression vollständig geheilt werden – vor allem, wenn sie bereits früh behandelt wird.

Tipp 1: Mehr Wissen

Mit guten sachlichen Informationen wird es leichter, den kürzesten Weg aus der Krise zu finden – ja, womöglich erst gar nicht hineinzugeraten in den Strudel der trüben Gedanken. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe unterhält eine umfangreiche Informationsseite mit Kontakten und einem Selbsttest.

Tipp 2: Keine Zeit verlieren und notfalls ein Online-Coaching nutzen

Um die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken, gibt es mittlerweile gute und anerkannte Online-Coaches, die durch spezielle Übungen Soforthilfe leisten können. Ihre Krankenversicherung kann Ihnen bei der Suche nach einem seriösen Anbieter behilflich sein. Viele Krankenversicherungen kooperieren inzwischen mit Online-Experten.

Hier gelangen Sie zum Selbsttest der Stiftung Deutschen Depressionshilfe.