Die beste Nachricht zuerst: Gesunde Ernährung ist nur halb so kompliziert! Das sagt Holger Stromberg, der mit 23 Jahren Deutschlands jüngster Sternekoch wurde, dann Koch der Deutschen Fußballnationalmannschaft, heute Botschafter gesunder und genussvoller Ernährung. Wir dürfen das ganze Regelwerk vergessen: „Es gibt keinen Masterplan für gesunde Ernährung!“ Der beste Berater ist der eigene Körper. Was sagt der Bauch? Wie steht es mit der Energie? Wie ist die geistig-seelische Verfassung nach dem Verdauen? „Es gibt nur einen Weg, der zum Erfolg führt: aufmerksam und mit Bedacht essen, in sich hinein hören und dann für sich selbst herausfinden, was einem guttut.“ Mündige Esser leben gesund, vertrauen wir unserem Menschenverstand, unserer Nase und dem Körpergefühl.

Tipp 1: Natürliche Lebensmittel

Holger Stromberg nennt eine einzige Faustregel für gesunde Ernährung: „Mindestens 80 Prozent der Lebensmittel sollten so natürlich wie möglich gewachsen sein… Nahrungsmittel, die ohne Sonnenlicht und nicht in der Natur erzeugt wurden, machen für uns keinen Sinn.“ Das kann, muss aber nicht Bio-Qualität sein. Den Vorzug haben qualitativ hochwertige Produkte ohne künstliche Aromen und Zusätze, reine Lebensmittel, „die nicht in industrieller Verarbeitung ihrer Identität beraubt wurden.“

Tipp 2: Gut trinken

Die größten Feinde für Gesundheit, Gewicht und Wohlbefinden verstecken sich in den täglichen Getränken. Finger weg von konzentrierten Säften, Softdrinks, Milchmixzubereitungen und „Wellness-Getränken“, die häufig wahre Kalorienbomben sind. Stattdessen schmecken stilles Wasser, selbstgemachte Früchte- oder Kräuter-Tees und stark verdünnte Saftschorle.

Laut Ernährungsreport 2018 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft halten 92 Prozent der Befragten gesunde Ernährung für wichtig. Für 99 Prozent zählt vor allem, dass es schmeckt. Der 13. Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (2017) beklagt dagegen, dass die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland nach wie vor zunimmt: 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen wiegen mehr als es ihnen guttut. Das müsste nicht sein: „Gesund und genussvoll essen schließt sich in keiner Weise aus“, sagt Ernährungsberater Holger Stromberg. Der Spitzenkoch hat einfache Rezepte:

Das kleine 1 x 1 der Ernährung nach Holger Stromberg ist nicht schwer umzusetzen: Ausgewogene Ernährung sollte zu etwa 20 Prozent aus Kohlenhydraten bestehen, davon möglichst viel in komplexer Form wie Naturreis und Vollkornprodukte. Eiweiß wird überschätzt. Ein Anteil von zehn bis 20 Prozent ist ausreichend. Fett ist dagegen zu Unrecht verpönt; wichtig ist es nur, hochwertige Fettsäuren sicher zu stellen wie zum Beispiel in kaltgepressten Pflanzenölen, Nüssen und Fisch. Der größte Anteil der Nahrungsmittel sollte aus Gemüse bestehen, weniger aus Obst des Fruchtzuckers wegen – der Vorzug gilt Produkten, die auf naturgesunden Böden gewachsen sind, wie zum Beispiel in Bio-Qualität.

„Gesunde Ernährung ist nicht schwierig, fühlt sich gut an und kleinste Veränderungen können schon viel bewirken.“ Hier einige kleine Umstellungen, die bereits in kürzester Zeit große Wirkung für Gesundheit und Wohlbefinden zeigen. Mehr gute Lebensmittel machen den Verzicht auf schlechte Gewohnheiten leicht.

Plus:

  • Gewürze, Kräuter und Bitterpflanzen
  • Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, lebendiges Joghurt und Kefir
  • Faserreiche Nahrung wie z.B. Schwarzwurzeln, Topinambur, Artischocken, Beeren
  • Kollagen und Gelatine wie in Knochenbrühe und Saucen von Weidetieren

Minus:

  • einfache Kohlenhydrate aus Weißmehl
  • Industrieprodukte jeder Art
  • Glutamat, künstliche Farbstoffe, Transfette
  • gesättigte Fettsäuren tierischer Herkunft

Viele praktische Anleitungen vom Einkaufen bis zur unkomplizierten Ernährungs- und Warenkunde gibt Holger Stromberg in seinem Konzept-Küchenbuch „Iss einfach gut“